Skandinavisches Design (er-) leben

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Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion darüber, was Skandinavisches Design ist und was nicht. Das Interessante daran war, dass mein Gesprächspartner tatsächlich nur von schwedischen Möbelhäusern erzählt und dabei überhaupt nicht wusste, welche grandiosen Ideen und Marken auf dem Markt sind. Ich nenne nur einmal zwei Beispiele: Bloomingville und House Doctor, doch ließe sich die Liste beliebig erweitern. Wichtiger ist aus meiner Sicht jedoch, dass Skandinavisches Design ein feststehender Begriff ist und auf eine langjährige Tradition zurückgreift. Aus diesem Grund schreibe ich das „S“ auch bewusst groß und nicht klein. Die Geschichte der einzelnen Möbel, Gestalter und der dahinter stehenden Idee ist total spannend und lässt sich in der Tat als Wohnkultur und deutlich mehr als nur Design-Historie bezeichnen. Warum das so ist, möchte ich im Folgenden erklären.

 Skandinavisches Design (er-) leben

Was ist Skandinavisches Design?

Man könnte es sich ja einfach machen. Firmen wie Bloomingville oder House Doctor stammen aus Skandinavien. Und verkaufen Design. Also Skandinavisches Design. Das würde zwar in gewisser Weise zutreffen, verkennt jedoch, dass der Gedanke bereits aus den 1920er/30er Jahren stammt. Seinerzeit wurde in den Staaten Skandinaviens eine besondere Form der Sozialdemokratie praktiziert. Sie darin bestand auch darin, dass Möbel aus einfachen aber soliden und vor allem preisgünstigen Materialien hergestellt sein sollten. Keine Sorge: Die Geschichte wird nicht politisch und auch Skandinavisches Design ist frei von jeder Ideologie. Wir sprechen immer noch von Möbeln und von schönen Dingen. Aspekte, die diese besondere Form der Gestaltung kennzeichnen sind Minimalismus und Funktionalität.

Mit anderen Worten: Die Produkte von Firmen wie Bloomingville, House Doctor und all den anderen müssen zunächst einmal praktisch sein, dürfen jedoch auch prima aussehen. Mir fällt in diesem Zusammenhang immer der Kinderhocker von Bloomingville ein, der durch und durch schlicht aber hochwertig und massiv gestaltet ist. Den gibt es in verschiedenen Farben, doch sind die Beine stets abgesetzt. Eine coole Idee, wie ich finde. Und dennoch einfach.

Warum ich Skandinavisches Design so mag?

Überhaupt ist es die Einfachheit, die Skandinavisches Design für mich so wertvoll macht. Natürlich habe ich auch nichts gegen vermeintlich barocke Erbstücke. Doch wenn ich mir die Arbeit von „Stars“ wie Alvar Aalto (ein Finne) oder auch dem Dänen Arne Jacobson ansehe, dann schlägt mein Herz einfach höher. Hinzu kommt, dass die meisten Stücke aus Skandinavien erschwinglich sind und ihr somit gutes Design zu einem fairen Preis kaufen könnt. Schließlich ist dies in vielen anderen Designbereichen kaum noch möglich. Ebenfalls ein Pluspunkt, zumindest in meinen Augen, ist die perfekte Kombinierbarkeit. Egal, ob Skandinavisches Design nun Möbel, Lampen, Accessoires oder auch Geschirr, Besteck und Co. meint – die einzelnen Stücke passen harmonisch zueinander. Das gilt auch dann, wenn die Hersteller und Designer unterschiedlich sind, denn schlicht bleibt schlicht.

Skandinavisches Design (er-) leben

Soooo praktisch

Schon klar. In den Augen vieler Leute soll Design das Auge erfreuen. Doch was bringt das, wenn die Funktion nicht erfüllt ist? Mit anderen Worten: Ein Hocker oder ein Sessel muss erst einmal bequem sein und eine Lampe muss gutes Licht spenden. Die Liste ließe sich erweitern und ich weiß, dass ich diesen Aspekt auch schon erwähnt habe. Bei Bloomingville wird die Kombination aus Schönheit, Einfachheit und praktischem Nutzen beispielsweise bei den zweifarbigen Körben in zahlreichen Größen und Formen deutlich. Oder auch beim Kissen, das gleichzeitig als Kuscheltier dient.

Skandinavisches Design (er-) leben

Aus Vorratsdosen werden bei Bloomingville schnell Blickfänger und Regale werden selbstverständlich so gestaltet, dass man sie modulweise ergänzen kann. House Doctor steht dem in nichts nach und definiert Skandinavisches Design unter anderem durch praktische Acrylboxen und ein geniales Buchstabenbord sowie einem der praktischsten Duschregale aller Zeiten. All das sind Lieblingsstücke in meinen eigenen vier Wänden, die mir nicht nur den Alltag organisieren, sondern auch einen angenehmen Anblick liefern. Und diese Kombination gibt es wohl nur im hohen Norden.

Skandinavisches Design (er-) leben

 

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2 Kommentare

  1. Ich mag Euer Angebot wahnsinnig gern – genauso wie die Labels, die Ihr hier vorstellt!

    Aber ich hoffe, ich darf eine Sache anmerken bzw. korrigieren. Der soziale Wohnungsbau genau wie die Idee, funktionales und nachhaltiges Design zu erschaffen, auf dass sich eben diese Werte auch heute noch beziehen, ist viel früher anzusiedeln. Nämlich in den ’20er und ’30 er Jahren (die große Ausstellung in Stockholm 1930, bei der Funktionalismus offiziell und von staatlicher Seite gestärkt werden sollte; Alvar Aalto, der ab 1929 den Sessel für das Paimio-Sanatorium entwarf und damit einen wichtigen Beitrag für die Verwendung von Form und Funktion in Verbindung mit dem Material Holz schuf)! Die ’50er markieren dagegen schon eine Wende, in der die serielle Produktion und der Gedanke der dahingehenden Vereinfachung im Vordergrund stand.

    Ein schönes Wochenende!
    Carolin

    • Jasmin Haupenthal ein

      Hallo liebe Carolin,

      vielen Dank für die Nachricht und Dein Feedback.
      Das freut uns wirklich sehr, dass wir Dich mit unserem Angebot begeistern können.
      Außerdem freut es uns, dass Du so aufmerksam den Beitrag gelesen hast. Du hast natürlich Recht mit Deiner Aussage und wir werden das gleich im Text korrigieren!

      Wir hoffen, dass Du auch in Zukunft viel Freude mit unserem Blog / Online Shop haben wirst.

      Viele Grüße
      Dein car Möbel-Team

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